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Sternwarte und Sonnenobservatorium in Gummer

Sternwarte Max Valier und Sonnenobservatorium Peter Anich

Im Rosengarten-Latemargebiet wartet etwas ganz Besonderes auf seine Gäste. Von der Sternwarte in Gummer aus, die als einzige Volkssternwarte von ganz Südtirol gilt, können die Besucher in den Weltraum blicken und die Ansichten unseres Mondes und der Sonne bewundern.

Die Sternwarte wurde nach dem bekannten (Süd-)Tiroler Astronomen und Pionier im Raketenbau, Herrn Max Valier benannt und nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren im Jahr 2002 eröffnet.

Max Valier

Benannt wurde die Sternwarte in Gedenken an Max Valier.

Max Valier wurde im Jahr 1895 in Bozen geboren und hatte schon bald großes Interesse für die Astronomie gezeigt. Daher lag es auf der Hand, dass er Astronomie, Mathematik, Physik und Meteorologie studierte. Schon bald nach seinem Studium suchte er fieberhaft nach einem „Flugobjekt“, mit welchem man in den Weltraum vordringen kann. Sein im Jahr 1924 formulierter Wunsch, etwas zu entwickeln, mit dem man bis an den Rand der Atmosphäre vordringen kann, brachte ihm den Ruf des Fantasten und Spinners ein.

Seine Experimente führten Max Valier unter anderem nach Düsseldorf-Lohausen und nach Rüsselsheim. Seine Theorien, mittels eines Raketenantriebes ein Raumschiff zu entwerfen, begeisterten sogar den Autobauer Fritz von Opel. Dieser unterstützte Max Valier finanziell, um zunächst raketenbetriebene Fahrzeuge zu entwickeln bzw. deren Entwicklung weiter voranzutreiben.

Später entwickelte Max Valier Flüssigtreibstoffraketen. Während eines Raketentests in Berlin am 17.05.1930 starb Max Valier und wurde auf dem Westfriedhof von München beigesetzt. Mit seinen Test und seiner Entwicklung trug Max Valier maßgeblich dazu bei, dass am 20.07.1969 der erste Mensch – Neil Armstrong – auf unserem Erdtrabanten landen konnte.

Die Sternwarte

Die Sternwarte liegt in Gummer auf einer Höhe von 1.350 Metern über dem Meeresspiegel. Das Kernstück der Sternwarte in Gummer ist eine Kuppel mit einem Durchmesser von sechs Metern. Hier befindet sich ein großes Spiegelteleskop. Zur Sternwarte gehört zudem ein Vortragsraum und eine Beobachtungplattform, auf der ebenfalls einige Teleskope – wenn auch nicht so groß wie in der Kuppel – installiert sind.

Führungen Sternwarte

Während des gesamten Jahres werden jeweils am Donnerstagabend Führungen angeboten. Hierzu ist allerdings eine Anmeldung unter der Telefonnummer: +39.0471.361314 erforderlich. Die telefonische Anmeldung kann an den Wochentagen Montag bis Donnerstag jeweils von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr erfolgen, freitags ist das Telefon von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr besetzt. Der genaue Beginn der Führung wird nach der telefonischen Anmeldung mitgeteilt.

Die Südtiroler Amateurastronome „Max Valier“ führen die Führungen durch und lassen die Besucher regelrecht staunen, wenn sie die Planeten, Mondkrater oder ferne Sternanhäufungen sehen.

Die Führungen kosten für Erwachsene 5,00 Euro und für Schüler und Studenten 2,50 Euro. Sonderführungen werden an den Wochentagen Mittwoch und Freitag zu einem Pauschalpreis von 100,00 Euro angeboten.

Sonnenobservatorium

Bei der Sternwarte befindet sich auch das Sonnenobservatorium, welches nach Peter Anich benannt wurde. Dieses Sonnenobservatorium ist in einer zweiten, daneben liegenden Kuppel mit einem Durchmesser von etwa 4,5 Metern untergebracht. Hier, wo die Sonne zum Greifen nahe erscheint, kann man sie näher betrachten.

Peter Anich gilt als Pionier der Hochgebirgskartographie und erlernte den Beruf des Kartographen. Auch er studierte – wie Max Valier – Astronomie und Mathematik. Von Peter Anich sind vor allem der von ihm geschaffene Himmelsglobus und Erdglobus, welche heute im Tiroler Landesmuseum zu sehen sind, bekannt.

Das Sonnenteleskop wird an einem Sonntagnachmittag periodisch geöffnet. Wann genau das Sonnenobservatorium geöffnet hat, kann man vor Ort erfahren.

Da die Kuppel der Sternwarte/des Sonnenobservatoriums zwei Zugänge hat, können gleichzeitig mehrere Führungen stattfinden. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass ein behindertengerechter Zugang vorhanden ist.

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