König Laurin und sein Rosengarten

Die Sage des Zwergenkönig Laurin

Der Rosengarten ist ein bekannter Gebirgszug in Südtirol nahe der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen und hat dem Urlaubsgebiet (Rosengarten-Latemargebiet), in dem einige Urlaubsorte als Perle der Alpen ausgezeichnet wurden, seinen Namen gegeben. Der Rosengarten heißt wörtlich übersetzt „nur“ Geröllhalde. Doch dem wunderschönen Alpenglühen, welches bei Sonnenuntergang den Rosengarten in ein unbeschreibliches Rot eintaucht, ist die Sage um König Laurin zu verdanken.

Und wer während eines Urlaubs bzw. Aufenthaltes in den Abendstunden den Rosengarten „erglühen“ sieht, der braucht nicht viel Phantasie, um das Dolomitengestein mit einem echten Rosengarten zu vergleichen.

König Laurin und sein Zwergenvolk

Der Sage nach wohnte im heutigen Rosengartengebiet ein Zwergenvolk, das sehr fleißig gewesen sein soll. Ihr Herrscher war König Laurin. Dieser König war auf seinen blühenden Rosengarten mächtig stolz und hatte diesen mit einem seidenen Faden umgeben, damit der Garten von niemand betreten werden konnte.

König Laurin war ein sehr reicher Mann, da sein fleißiges Volk unermüdlich in den Dolomiten nach Bergkristallen, Edelsteinen, Gold und Silber schürfte. Zudem war König Laurin im Besitz eines Zaubergürtels, welcher ihm die Kraft von zwölf Männern gab. Eine Tarnkappe, die er ebenfalls besessen hat, machte ihn unsichtbar. Er hatte eigentlich alles – bis auf eine Braut. Daher wollte er seine Tochter Similde verheiraten.

Der Zwergenkönig wollte für seine Tochter Similde den besten Mann finden, den es gab. Und daher veranstaltete er auf seinem Schloss Kampfspiele, die sich über eine ganze Woche hinzogen. Hartwig und Wittich, die letzten zwei Ritter sollten schließlich im Finale gegenüber stehen und um Similde kämpfen. Doch bevor es zu dem entscheidenden Kampf kam, war Similde verschwunden.

Obwohl Hartwig und Wittich Kontrahenten waren, beschlossen sie gemeinsam, Similde zu suchen und beschuldigten König Laurin, seine Tochter entführt zu haben. König Laurin sollte im Kampf bezwungen und seine Tochter Similde befreit werden. Aufgrund der enormen Kraft von Laurin, die dieser durch seinen Zaubergürtel erlangte, holten Hartwig und Wittich noch Hilfe. Diese Hilfe sollte Dietrich von Bern leisten. Wittich war es schließlich, der in seiner Ungeduld vom Pferd sprang, den um den Rosengarten gespannten Seidenfaden zerriss und viele Rosen niedergetreten hatte.

Der versteinerte Rosengarten

Über das Niedertreten seiner geliebten Rosen war König Laurin so in Wut geraten, dass es zum Streit zwischen ihn und Wittich kam. Als Wittich im Kampf unterlag, schaltete sich Dietrich von Bern ein, dem es letztendlich gelang, den Zaubergürtel zu bekommen und somit König Laurin zu besiegen.

Während die Männer noch überlegten, wie sie König Laurin bestrafen, kam Similde aus dem Tor zum Felsenpalast. Sie hob hervor, dass Laurin sie stets respektvoll und wie eine König behandelt hatte. Daher war es ihr Wunsch, dass die Männer mit König Laurin Freundschaft schlossen. Diesem Wunsch folgten die Männer schließlich. Doch als beim anschließenden Festmahl das Zwergenvolk die Männer überfiel, unterlag König Laurin abermals und wurde in Gefangenschaft genommen.

Da König Laurin seinen Rosengarten dafür verantwortlich machte, dass die Männer ihn entdeckten, verfluchte der diesen. Er sprach einen Zauberbann aus, nach dem kein Mensch seine Rosen mehr sehen sollte – weder bei Tag noch bei Nacht. Doch an eines hat der Zwergenkönig nicht gedacht – an die Dämmerung. Und so zeigt sich noch heute in der Abenddämmerung der rote Rosenschimmer des Rosengartens.

Jedes mal, wenn sich die Enrosadira – so wird das Alpenglühen in den Dolomiten genannt – zeigt, soll dies an den Zwergenkönig Laurin und sein verloren gegangenes Reich erinnern.

P.S.:

Die Kastelruther Spatzen, die erfolgreiche Musikgruppe aus dem Schlerngebiet, haben mit ihrem Lied „Sterne über´m Rosengarten“ der Sage um König Laurin ein Lied gewidmet. Dieses Lied ist zugleich der Namensgeber der gleichnamigen CD und wurde im Jahr 1996 veröffentlicht.

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